
Eintöpfe sind eine vollwertige Mahlzeit. Zu bestimmten einfachen Gemüsen z.B. Wurzeln, Kohl, Hülsenfrüchte wird das passende Fleisch gewählt z. B. Schweinenacken, Hammelschulter, Rauchfleisch oder Rindfleisch. Man reichert den Eintopf, mit sättigenden Beilagen z. B. Nudeln, Reis, Kartoffeln, Graupen = Stärketräger an. Die Kennzeichnung der Eintöpfe beginnt zumeist mit dem Gemüse. Die weit überwiegende Zahl der Eintöpfe wird gekocht. Der volle, oft kräftige Charakter der Eintöpfe beruht zunächst auf der qualitativ und quantitativ richtigen Wahl der Rohstoffe, die sich dann während des Garens einander in Bezug auf ihre Eigenart mitteilen. Während gebratene und geschmorte Speisen ihre ausdrucksvolle Eigenart durch das Rösten gewinnen, sind Röststoffe in Eintöpfe durchaus verzichtbar. Denoch wird die flache Eintönigkeit vermieden, die sonst bei gekochten Speisen leicht eintritt. In der Gastronomie werden die Eintöpfe oft kompliziert hergestellt und das rustikale Element tritt häufig in den Hintergrund (feinere Schnittformen, elegantere Rohstoffe). Manchmal wird der Charakter ganz verfälscht (Menüsuppen; Kochen in einem Topf).
Die Rohstoffe werden bei der Herstellung der Eintöpfe verhältnismäßig schonend behandelt, so daß diese Speisen als vollwertiges, vollständiges Essen anzusehen sind. Eine Belastung der Gäste durch zu hohe Energiewerte oder zu lange Verweildauer muß nicht sein. Es gibt sehr leichte Eintöpfe (z.B. Hühnersuppentopf) und die Schweren (z.B. Hamburger National) lassen sich durch Abwandlung der Zutaten leichter gestalten, ohne daß ihr ursprünglicher Charakter dabei verloren gehen muß.
Früher: Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der überwiegende Teil der Nahrung breiter Bevölkerungsschichten als Eintopf zubereitet. Bei sachgemäßer Vorgehensweise ergaben sich einfache, bürgerliche und vollwertige Essen von bäuerlichem Ursprung. Die ärmere Bevölkerung war auf diese Kost angewiesen und die Gastronomie verwendete sie bei einfachen Anlässen.
Heute: Der Überfluß in der Industriegesellschaft, die Zunahme von industriell vorgefertigtem Essen und das Übergewicht von Speisen mit Röststoffen wecken bei vielen Gästen den Wunsch nach Abwechslung aus der traditionellen bürgerlichen Küche. Auch die feine Gastronomie bietet deshalb wieder häufiger Eintöpfe an; für die auswertigen Gäste hält man z.B. die heimischen Eintöpfe und für die einheimischen Gäste die Eintöpfe fremder Regionen und Nationen bereit.